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Vorzeitiger Blasensprung

Normalerweise reißen die Eihäute der Fruchtblase erst während der Geburt. Das Fruchtwasser fließt in einem Schwall oder tröpfelt langsam heraus, je nachdem wie groß der Riss ist und wie der Fötus liegt. Oft platzt die Fruchtblase, obwohl der Muttermund noch nicht vollständig eröffnet ist. Dies führt im allgemeinen zu einer Beschleunigung der Geburt. Die künstliche Blasensprengung - die Eröffnung der Fruchtblase durch einen kleinen schmerzlosen Einschnitt (beispielsweise durch einen Handschuh mit Widerhacken) - wird daher auch zur Verstärkung schwacher Wehen durchgeführt.

Folgen nach einem Blasensprung um den Geburtstermin herum keine Wehen, wird die Geburt oft künstlich eingeleitet. Das Kind sollte innerhalb der nächsten 24 Stunden auf die Welt kommen, da es nun ungeschützt vor Keimen im Mutterleib liegt. Ein vorzeitiger Blasensprung, das heißt lange vor dem errechneten Geburtstermin, ist ein medizinischer Notfall. Die Schwangere sollte nicht mehr herumlaufen und sich hinlegen. Eine Einlieferung in die Klinik ist wichtig.

Liegt der Fötus noch nicht tief im Becken und Fruchtwasser geht ab, kann es zum Nabelschnurvorfall kommen. Durch die Sogkraft beim Ausfließen des Fruchtwassers und die Schwerkraft kommt die Nabelschnur vor dem Kopf des Kindes am Muttermund zu liegen. Schiebt der Kopf des Kindes nach, drückt er die Nabeschnur ab. Die Sauerstoffversorgung des Kindes ist nicht mehr gewährleistet und es kann innerhalb kürzester Zeit sterben.

Neben dieser dramatischen Komplikation können auch Keime, die normalerweise in der Scheide sind, die Eihäute und das Kind infizieren und zu einer Gefahr für das Kind und die Mutter werden.

Die Überlebenschancen für das Kind hängen bei einem vorzeitigen Blasensprung ganz entscheidend vom Zeitpunkt der Schwangerschaft ab:

Ziel bei einem vorzeitigen Blasensprung ist es, das Ungeborene so lange wie möglich in der Gebärmutter zu lassen, bis seine Überlebenschancen gestiegen sind.

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