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Gestose

Begriffsklärung

Gestose ist eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung, die sich bemerkbar macht mit erhöhtem Blutdruck und/oder Eiweißausscheidungen im Urin und/oder Wassereinlagerungen (Ödeme)

Die Definition dieser Krankheit hat sich gewandelt. Früher war es eine Bezeichnung für alle schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen. Dann wurde davon ausgegangen, dass die Erkrankung durch ein spezielles Gift ausgelöst wird. Daher kommen auch die Begriffe Schwangerschaftsvergiftung oder Schwangerschaftstoxikose. Auch die Bezeichnung EPH-Gestose, die von den Symptomen Ödeme (Edema), Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (Hypertonie) abgeleitet ist, wird noch gebraucht. Heute verwendete neue Bezeichnungen sind: "hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft" (HES) oder "schwangerschaftsinduzierte Hypertonie" (SIH). Diese Begriffe orientieren sich daran, dass das wichtigste und häufigste Zeichen dieser schwangerschaftsbedingten Erkrankung ein Anstieg des Blutdrucks auf über 140/90 mm Hg ist.

Es werden zwei Formen der Gestose, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt ihres Auftretens, unterschieden:

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel treten für gewöhnlich keine Gestosen auf. Man spricht vom sogenannten Toleranzstadium. Die meisten Gestosen sind Spätgestosen.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Gestose sind unbekannt. Offenbar greifen mehrere krankhafte Vorgänge ineinander. Vermutet werden: Mangelnde Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft - insbesondere der Gebärmutter - unzureichende Blutflüssigkeitszunahme, Störungen im biochemischen Stoffwechsel, akuter Nährstoffmangel.

Krankheitsanzeichen

Krankheitsbilder

Besteht neben dem Bluthochdruck auch noch eine vermehrte Proteinausscheidung spricht man von Präeklamsie. Sie stellt ein sehr hohes Risiko für das Ungeborene dar. Es kann zu Wachstumsretardierung des Kindes und vorzeitiger Plazentalösung kommen. Treten epilepsieähnliche Krampfanfälle bei der Mutter auf, handelt es sich um die schwerste Form der Gestose die Eklamsie. Ihr voraus gehen Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Unruhe und Sehstörungen. Diese Erscheinungsform der Gestose kann zu Multiorganschäden mit Todesfolge führen. Aufgrund der Vorsorgeuntersuchungen können die Krankheitszeichen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Bei einer Gestose kommt es zu einer Mangeldurchblutung der Gebärmutter. Dies verursacht Gewebsveränderungen an der Plazenta, die zu einer sogenannten Plazentainsuffizienz führen. Selbst eine leichte Gestose stellt somit eine ernste Gefahr für das ungeborene Kind dar. Oft kommt es als Frühgeburt oder Mangelgeburt zur Welt. Die kindliche Sterblichkeit ist während und nach der Geburt erhöht. Die Gestose ist die häufigste Ursache für Frühgeburten.

Risikogruppen

Gestosen treten gehäuft auf bei:

Therapie der Gestose

Da die genaue Ursache der Gestose nicht bekannt ist, kann nur eine Therapie der Symptome erfolgen. Der Hypertonie (Bluthochdruck) wird begegnet mit Maßnahmen wie Stressvermeidung, Bettruhe und eventuell blutdrucksenkenden Medikamenten. Bei Eiweißverlusten müssen diese ausgeglichen werden. Salzarme und flüssigkeitsreduzierte Kost (Reis-/Obsttage) wird heute nicht mehr empfohlen, harntreibende Mittel (sog. Diuretika) nicht mehr eingesetzt. Sie verstärken nur den Blutvolumenmangel und die Eindickung des Blutes. Bei leichten Formen der Gestose gehen durch Bettruhe und eiweißreiche Ernährung die Krankheitssymptome zurück. Geschieht dies nicht, ist eine Einweisung der Schwangeren in die Klinik unumgänglich. Der Zustand des Ungeborenen wird sorgfältig überwacht. Oft ist es erforderlich, die Schwangerschaft vorzeitig durch einen Kaiserschnitt zu beenden, da der Fötus nicht mehr ausreichend versorgt wird und bei der Mutter eine drohende Eklampsie abgewendet werden soll.

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