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Windpocken

Eine oft unterschätzte Gefahr ist die Infektion mit Windpocken in der Schwangerschaft. Circa 95 Prozent der Erwachsenen sind gegen diese Viruserkrankung immun. Hervorgerufen wird die Erkrankung durch Viren (Varicellen). Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch die Luft. Die meisten Menschen haben diesen Infekt bereits in der Kindheit durchgemacht.

Trotzdem sollten Frauen mit Kinderwunsch sich testen lassen, ob sie genügend Antikörper haben (einfache Blutuntersuchung). Auch hier gilt wieder: Eine Impfung - mindestens drei Monate vor der Schwangerschaft - ist ratsam, damit das Ungeborene nicht geschädigt wird. Bestand Kontakt zu Windpockenpatienten und die Schwangere besitzt keine Antikörper, gibt es die Möglichkeit einer passiven Immunisierung mit Immunglobulinen. Allerdings ist dieser Schutz nur wirksam, wenn spätestens 96 Stunden nach der Ansteckung die Immunglobuline verabreicht werden.

Generell sollte der Kontakt mit an Windpocken erkrankten Menschen vermieden werden. Auch nach einer bereits durchgemachten Erkrankung, zum Beispiel in der Kindheit, ist eine erneute Ansteckung der Schwangeren möglich. Beim Kind können dadurch beispielsweise Hirnschädigungen, Minderwuchs und narbige Veränderungen auftreten.

Folgen einer erstmalig durchgemachten Windpockeninfektion in den ersten sechs Monaten einer Schwangerschaft können sein: Hypoplasie der Gliedmaßen, geringes Geburtsgewicht, Augendefekte, Hirnatrophie, frühzeitiger Tod. Eine besonders sensible Phase ist dabei der Zeitraum zwischen der 13.-20. Schwangerschaftswoche.

Erkrankt die Mutter zur Zeit des Geburtstermins, besteht Lebensgefahr für das Kind. Sein Immunsystem ist noch nicht reif, sich gegen den schweren Infekt zu wehren, und von seiner Mutter hat es keine schützenden Antikörper mitbekommen. Der sogenannte "Nestschutz" fehlt.

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