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Herpes

Es gibt zwei Typen des Herpes-simplex-Virus. Der Typ 1 ist vor allem für die Lippenbläschen verantwortlich, der Typ 2 verursacht Genitalherpes. Dabei kann der Typ 1 aber auch Genitalinfektionen hervorrufen und der Typ 2 auch die Lippenbläschen. Typisch für die Viren ist, dass sie sich nach einer Erstinfektion in den Nervenknotenpunkten einnisten und dort inaktiviert schlummern. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie Stress oder Abwehrschwäche, kann das Virus erneut die Infektionen mit den typischen Krankheitsmerkmalen hervorrufen.

Die Viren breiten sich meist nicht im ganzen Körper (Virämie) aus. Das Ungeborene steckt sich daher sehr selten im Mutterleib an.

Die überwiegende Anzahl der Neugeborenen-Infektionen findet bei der Geburt statt. Das Virus kann auch durch den engen Kontakt der erkrankten Eltern zum Säugling übertragen werden (Vorsicht!).

Die Symptome beim Neugeborenen nach Infektion im Geburtskanal sind folgende:

Sind das Gehirn und innere Organe des Neugeborenen von der Infektion betroffen, ist die Sterblichkeit trotz antiviraler Behandlung sehr hoch. Überleben die Kinder, so haben sie ein hohes Risiko für bleibende Schäden. Typische Spätfolgen einer Herpesinfektion sind: kleine Kopfform, Intelligenzdefizite, Krampfanfälle und Augenschäden.

Das Infektionsrisiko für die Mutter lässt sich durch Safer-Sex-Maßnahmen deutlich reduzieren.

Tritt eine Erstinfektion der Schwangeren auf, so wird sie mit dem Virustatikum Aciclovir ab der 30. Schwangerschaftswoche behandelt und erneut kurz vor der Entbindung mit dem Medikament therapiert. Das Medikament ist nur für das dritte Trimenon zugelassen. Treten kurz vor der Geburt Anzeichen einer Genitalherpes-Infektion auf, so wird ein Kaiserschnitt vorgenommen.

Sind dem behandelnden Mediziner aus der Anamnese (Befragung des Arztes zu vorausgegangenen Erkrankungen) häufig auftretenden Herpesinfektionen bekannt, so kann er das Virustatikum prophylaktisch zehn Tage vor dem berechneten Geburtstermin gegeben werden.

Eine Impfung gegen das Herpes-Virus gibt es nicht. Bei Neugeborenen, deren Mütter kurz vor der Entbindung eine Herpes Erstinfektion durchgemacht haben, wird eine Prophylaxe mit Immunglobulinen und eine Aciclovir-Therapie empfohlen.

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