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Frühgeburt

Als Frühgeburt wird die Geburt eines lebenden Kindes vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche bezeichnet. Das Geburtsgewicht ist größer als 500 Gramm und liegt unter 2500 Gramm. Die Häufigkeit einer Frühgeburt beträt 5 bis 7%. Entscheidend für die Überlebenschancen ist die Dauer der Schwangerschaft und nicht unbedingt das Geburtsgewicht. Je früher die Kinder geboren werden, desto unreifer sind seine Organfunktionen.

Es gibt viele Risikofaktoren für eine Frühgeburt, die sich teilweise ineinander greifen.

Das Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden, ist erhöht bei:

Die Hauptrisiken für eine Frühgeburt, wie Mehrlingschwangerschaften, vorzeitige Wehentätigkeit und Zervixinsuffizienz, können rechtzeitig erkannt und behandelt werden, wenn die werdende Mutter die Vorsorgeuntersuchungen (Link) wahrnimmt.

Therapeutisches Ziel ist es bei einer drohenden Frühgeburt, das Kind möglichst lange im Uterus heranreifen zu lassen. Ist die Schwangerschaft noch nicht bis zur 34. Woche fortgeschritten, fehlt dem Fötus die nötige Lungenreife. Er könnte nach einer vorzeitigen Geburt schwere Atemstörungen haben. In diesem Fall wird versucht, die Geburt wenigstens zwei Tage zu verzögern. Der Mutter wird in dieser Zeit das Nebennierenhormon Cortison verabreicht, um die Lungenreife des Kindes zu beschleunigen.

Bei leichter Wehentätigkeit wird der Schwangeren körperliche Schonung und Bettruhe verordnet. Eventuell wird ihr der Mineralstoff Magnesium in hohen Konzentrationen verordnet. Er hat eine entspannende Wirkung auf den Uterusmuskel.

Treten stärkere Gebärmutterkontraktionen in wiederholter Folge auf, muss die Schwangere in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Sie wird mit wehenhemmenden Medikamenten per Dauertropfinfusion (Tokolyse) behandelt. Haben die Kontraktionen der Gebärmutter bei dieser Behandlungsform nachgelassen, so können die wehenhemmenden Mittel auch in Tablettenform gegeben werden. Steht eine Frühgeburt bevor, kann die Wahl einer auf Frühchen spezialisierten Geburtsklinik die Überlebenschancen des Kindes wesentlich verbessern. Hier ist die Erstversorgung des Kindes durch einen spezialisierten Kinderarzt (Neonatologen) und die Behandlung auf einer Frühgeborenen-Intensivstation gewährleistet.

Die Geburt eines Frühchens muss so schonend wie möglich erfolgen. Wichtig ist vor allem den Druck auf den weichen Kopf des Kindes so gering wie möglich zu halten. Eine mögliche Gehirnblutung soll dadurch vermieden werden. Auch die Lebensfunktionen des Kindes sollten soweit als möglich nicht beeinträchtigt werden. Im Einzellfall entscheidet der Arzt, ob ein Kaiserschnitt vorgenommen wird oder eine vaginale Entbindung möglich ist.

Nach einer intensiv-medizinischen Betreuung des Frühgeborenen bereits im Kreißsaal wird es in einem Brutkasten (Inkubator) weitergepflegt und behandelt. Die Eltern können und sollen es trotzdem täglich besuchen.

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