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Verhütung

Erster Eisprung

Wann der erste Eisprung nach der Geburt stattfindet, kann nicht exakt vorausgesagt werden. Dies ist individuell verschieden und hängt auch vom Stillen ab. Oft tritt die erste Menstruation bei Frauen, die nicht stillen, etwa 4 bis 6 Wochen nach der Geburt auf. Bei Müttern, die teilweise zufüttern und eingeschränkt stillen, dauert es 2 bis 3 Monate. Etwa 6 bis 18 Monate lässt die erste Regel wieder auf sich warten, wenn voll gestillt wird. Fast jeder Menstruationsblutung geht etwa 14 Tage zuvor ein Eisprung voraus! Wenn Sie also noch keine Menstruationsblutung nach der Geburt hatten, können Sie schon wieder fruchtbar sein und schwanger werden.

Verhütungsmittel Stillen?

Der Saugreiz des Kindes führt im Gehirn (Hypothalamus) zur Ausschüttung des Milchbildungshormons Prolaktin. Je höher seine Konzentration im Blut ist, desto eher werden der Eisprung und die Blutung unterdrückt. Prolaktin ist ein natürliches Verhütungsmittel. Stillpausen jedoch führen zum Eisprung. Wird mehr als vier Stunden hintereinander nicht gestillt, so kann der Prolaktinspiegel im Blut soweit abfallen, dass es zum Eisprung kommen kann. Der natürliche Verhütungsmechanismus funktioniert also nicht hundertprozentig! Auch eine voll stillende Mutter muss daher an Verhütung denken.

Verhütungsmittel

Ideale Verhütungsmittel in der Stillzeit sind nicht-hormonelle Barriere-Methoden. Darunter versteht man beispielsweise Kondome oder ein Diaphragma. Ergänzend dazu können chemische Verhütungsmittel (spermienabtötende Salbe, Gel, Schaum oder Zäpfchen) verwendet werden. Falls Sie Geschlechtsverkehr bereits drei bis vier Wochen nach der Geburt haben und noch Wochenfluss besteht, werden Kondome empfohlen. Haben Sie vor der Geburt ein Pessar oder Diaphragma benutzt, so müssen Sie sich ein neues anpassen lassen. Denn die Scheide und der Muttermund haben sich durch die Schwangerschaft und die Geburt verändert. Der Wochenfluss muss dazu aber völlig versiegt sein. Natürliche Verhütungsmethoden, wie beispielsweise die Temperatur-Schleimmethode, sind im Wochenbett und in der Stillzeit nicht zuverlässig.

Es sollte für ihre Anwendung die Stillzeit abgewartet werden und wieder regelmäßige Zyklen stattfinden. Hormonelle Verhütungsmittel - wie die Pille - sind für stillende Mütter nicht empfehlenswert, weil die enthaltenen Östrogene den Milchfluss hemmen. Eine Ausnahme stellt die Minipille dar, weil sie nur Gestagene enthält. Sie muss allerdings sehr exakt genommen werden. Weitere Gestagenpräparate, wie die Dreimonatsspritze, die Hormonspirale oder implantierbare Gestagenspender, sind ebenfalls geeignet. Wird nur teilweise gestillt und tritt die Regelblutung schon wieder regelmäßig auf, ist auch eine Mikropille mit niedrigem Östrogengehalt möglich. Am besten besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Gynäkologen die für Sie am besten geeignete Verhütungsmethode. Eine gute Gelegenheit dazu ist die Abschlussuntersuchung, die Sie 6 bis 8 Wochen nach der Geburt wahrnehmen sollten.

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