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Diabetes in der Schwangerschaft

Auch Frauen, die an der Stoffwechselkrankheit "Diabetes mellitus" (Zuckerkrankheit) leiden, können heutzutage bei optimaler Stoffwechseleinstellung gesunde Kinder zur Welt bringen. Sehr wichtig ist dabei, dass die Frauen schon vor Beginn der Schwangerschaft richtig eingestellte Blutzuckerwerte haben. Ein Problem stellen die ungeplanten Schwangerschaften bei Diabetikerinnen dar (30-40%).

Risiken bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel

Der erhöhte Blutzuckerspiegel bei der Mutter kann beim Kind bereits ab der 5. Schwangerschaftswoche zu diabetestypischen Fehlbildungen (beispielsweise Herzfehl- und Nierenfehlbildungen) führen. Weitere Auswirkungen bei schlechter Blutzuckereinstellung sind: vermehrte Fehl- und Frühgeburten, Plazentainsuffizienz, erhöhte Fruchtwassermenge (Hydramnion) und übermäßiges Wachstum des Ungeborenen bei gleichzeitig verzögerter Lungenreife. Die Kinder können mehr als 4500 Gramm wiegen. Dies zieht oft spezielle geburtshilfliche Maßnahmen nach sich.

Diabetes Schwangerschaft
© M&S Fotodesign

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel der Mutter führt auch beim Ungeborenen zu einer Überzuckerung des Blutes und daraus resultierend zu einer gesteigerten Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse des Fötus. Die Organe des Kindes sind oft unreifer als man es von ihrer Größe her vermutet. Daraus resultieren sehr oft Anpassungsstörungen beim Neugeborenen, wie zu niedriger Blutzuckergehalt (Hypoglykämie), zu hoher Bilirubingehalt (Hyperbilirubinämie) und eine Übersäuerung des Blutes (Azidose). Nach der Geburt sollte das Baby sofort ärztliche betreut und gegebenenfalls behandelt werden.

Insulinbedarf

Oberstes Ziel ist es, die Diabetikerin optimal einzustellen. Dazu wird der behandelnde Arzt eventuell eine Insulinpumpe verordnen. Orale Antidiabetika werden abgesetzt. Die für die diabetische Erkrankung spezifische Diät ist strikt einzuhalten. Der Insulinbedarf ändert sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft meist nicht. Er kann in den ersten drei Monaten sogar etwas abfallen. Ab der 22. bis 26 Schwangerschaftswoche steigt er laufend an. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche verdoppelt er sich sogar. Mit Einsetzen der Wehen sinkt der Insulinbedarf drastisch ab.

Die Schwangere sollte sich bewusst sein, dass bei Infektionen und Stress ein erhöhter Bedarf an Insulin besteht. Während der Geburt sollte der Blutzuckerspiegel stündlich kontrolliert werden und je nach Befund reagiert werden. In der ersten Woche nach der Geburt liegt der Insulinspiegel niedriger als vor der Schwangerschaft. Drei bis vier Wochen nach der Geburt erreicht er die ursprünglichen Werte.

Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen werden bei der Diabetikerin im zweiwöchigen Rhythmus angesetzt. Denn Diabetikerinnen leiden häufiger an Erkrankungen wie Scheideninfektionen, Harnwegsinfekten und Gestose. Eine engmaschige Kontrolle gewährleistet somit eine optimale Versorgung von Mutter und Kind.

Folgende spezielle diagnostische Maßnahmen werden Diabetikerinnen unter anderem empfohlen:

Schwangerschaftsdiabetes

Ein bisher latenter (ohne Symptome verlaufende) Diabetes kann aufgrund der veränderten Hormonlage in der Schwangerschaft nun Beschwerden machen. Ebenso kann sich ein bestehender Diabetes schwangerschaftsbedingt verschlechtern. Hinweise auf die diabetische Stoffwechselbereitschaft ergeben sich aus der Anamnese, die im Mutterpass dokumentiert ist. Risikofaktoren sind: familiäre diabetische Veranlagung, vorausgegangene Fehl- oder Totgeburten, Geburt eines übergewichtigen und/oder missgebildeten Kindes.

Weitere Anzeichen eines latenten Diabetes können sein: verstärktes Durstgefühl, starkes Übergewicht der werdenden Mutter, ständige Müdigkeit, übergroßer Fötus und zuviel Fruchtwasser. Entdeckt der behandelnde Mediziner Zucker im Urin wird er weiterführende Tests (Glucosebelastungstest, Bestimmung des Nüchternblutzuckerwertes) veranlassen. Ist die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes gesichert, muss die werdende Mutter ihre Ernährung umstellen und eine spezielle Diät einhalten. Führt diese nicht zum Erfolg, so muss mit Insulin therapiert werden. Die Kontrolle erfolgt dann wie bei einer Frau mit offenkundigem Diabetes. Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte der Mutter meist wieder.

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