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Hormonelle Umstellung

Die Plazenta als Hormonbildungsort ist nach der Geburt nicht mehr vorhanden. Es kommt daher zu einem steilen Konzentrationsabfall vor allem der Östrogene (weibliche Geschlechtshormone), des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) und des humanen Placenta Laktogens (HPL). Dieses Hormon wird vom Mutterkuchen (Plazenta) produziert und stimuliert die Milchproduktion.

Die hormonelle Umstellung bewirkt, dass die schwangerschaftsbedingten Ödeme ausgeschwemmt werden. In den ersten Tagen nach der Geburt ist daher der Harndrang gesteigert.

Mit einsetzender Stilltätigkeit erhöht sich die Prolaktinproduktion. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Es unterstützt, wie das HPL, die Milchbildung. Die Hormone Östrogen und Progesteron, die während der Schwangerschaft auch im Mutterkuchen gebildet wurden, wirken der Milchbildung entgegen. Wird die Plazenta nach der Geburt geboren, so fehlt die Hemmung der Milchproduktion, die Milch kann gebildet werden.

Das Saugen des Säuglings an der Brust bewirkt die Ausschüttung eines weiteren Hormons der Hirnanhangsdrüse, des Oxytocins. Dieses Hormon führt zu Gebärmutterkontraktionen und ist gut für die Rückbildung. Auch fördert es die Kontraktion der feinen Muskelfasern rund um die Brustdrüsen. Die Milch fließt dadurch leichter.

Auch bei nicht stillenden Müttern bilden die Eierstöcke erst nach 6 bis 8 Wochen die für einen regelmäßigen Menstruationszyklus wichtigen Hormone Östrogen und Progesteron. Viele Frauen beobachten im Wochenbett Hitzewallungen, wie sie auch in den Wechseljahren üblich sind. Sie sind mitbedingt durch die verminderte Konzentration der Eierstockhormone. Auch depressive Verstimmungen im Wochenbett werden durch diesen Hormonmangel mitverursacht. Bei Wochenbettdepressionen kann die Gabe von Progesteron eine sehr schnelle Besserung bewirken.

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